Alles im Netz - Mag. Karin Lastowicka

20.03.2010

Gab es früher nicht einmal in jedem Haushalt einen Fernseher, so hat heute der Computer mit dem Internet beinahe jede Wohnungstür durchschritten. Das „Netz“ dient dabei schon lange nicht mehr nur der Informationssuche. Vielmehr steht der soziale Charakter im Vordergrund. Denken sie doch mal an ihren Freundes- oder Bekanntenkreis. Ich bin mir sicher, dass sie ein Pärchen kennen, das sich über ein Internetforum kennen gelernt hat. Gerade für schüchterne, unsichere Menschen ist diese Form der Partner- und Freundessuche scheinbar ungefährlich. Denn dort kann man sich so präsentieren, wie man gerne sein möchte: charmant, attraktiv, redegewandt. Immerhin obliegt es mir selbst, wann ich was wem schreibe. Oft wird dabei vergessen, dass dies auch für den anderen gilt. Auch dieser kann sich als wesentlich „besser“ darstellen, als er im Grunde ist. Kommt es dann zu einem Treffen, folgt der Abgleich des tatsächlichen Menschen mit dem Bild, das man sich von ihm im Internet gemacht hat. Ich muss nicht erwähnen, dass es dabei oft zu Enttäuschungen kommt. Nach dem Motto: der Prinz verwandelt sich in einen Frosch. Internet Foren und Chatrooms dienen aber nicht nur der Partnersuche, sondern werden nicht selten auch als Kontrollinstrumente für Menschen missbraucht. Wie leicht ist es doch, einer verlorenen Liebe im Internet nahe zu kommen, immer auf dem neuesten Stand ihrer Aktivitäten zu sein. Gleichzeitig wächst aber auch die Aggression, nur mehr Teil im Netz von „250 Freunden“ zu sein und nicht mehr die Nr. 1. Aus meiner Sicht ist das Internet eine wunderbare Möglichkeit, Bekanntschaften zu machen, die jeglicher Verpflichtung entbehren. Man sollte sich aber bewusst sein, dass die virtuelle Welt eben nur im PC stattfindet. Beziehungen werden aber in der Realität gelebt. Dort wo ich ICH bin und es ein echtes DU gibt.

Zurück