Kinder, wie die Zeit vergeht! - Mag. Karin Lastowicka

20.03.2010

Als eine gute Bekannte mir zur Geburt meiner Tochter gratulierte, sagte sie: „Genieße es, solange sie klein ist. Diese Zeit kommt nie wieder.“ Damals – nach zahlreichen schlaflosen Nächten- dachte ich nur, hoffentlich vergeht die Zeit schnell. In meiner Praxis habe ich sehr viel mit Müttern und ihren Kindern in den unterschiedlichsten Altersstufen zu tun. Dabei ist mir folgendes aufgefallen: Als Elternteil wächst man so intensiv mit seinen Kindern mit, dass man ganz übersieht, wie schnell die Kinder groß werden. Manchmal kann man mit der psychischen, sozialen und körperlichen Entwicklung gar nicht Schritt halten. Gerade, wenn man gedacht hat, „Jetzt wird es ruhiger“, passiert schon wieder etwas Neues. So geschieht es, dass manche Eltern schlichtweg den Zeitpunkt übersehen, an dem sie ihre Kinder aus ihrer „24 Stunden Obhut“ entlassen sollen. Man merkt dies bei den Kindern daran, dass sie auf Küssen mit Abscheu reagieren oder man als Mutter in der Öffentlichkeit als „peinlich“ wahrgenommen wird. Leider entwickeln nicht alle Kinder gute Strategien, um ihren Eltern das Loslösen zu erleichtern. Manche beginnen, sich an die Eltern zu klammern und versuchen wieder emotional das kleine, geliebte Kind zu sein. Dies mag durchaus für beide bis zu einem gewissen Grad angenehm sein, doch hindert es das Kind am Fortschreiten der Entwicklung. Im schlimmsten Fall kann es bis zu massiven Trennungsängsten kommen. Loslösen heißt übrigens nicht Fallenlassen. Vielmehr heißt es, die Beziehung neu gestalten und gemeinsam in die Zukunft zu gehen.

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